Auf der Suche nach Weisheit ist
die erste Stufe, zu schweigen,
die zweite, zuzuhören,
die dritte, sich zu erinnern,
die vierte, zu praktizieren, und
die fünfte, die Lehren weiterzugeben

Die universalen spirituellen Grundsätze zur Befreiung und Stärkung von Körper und Seele

Die Kabballah war und bleibt die ursprüngliche Lehre vom Leben. Sie ist die Wissenschaft von der Seele sowie die Physik (und Metaphysik)  der Erfüllung. Und weil sie als innovative Philosophie ihrer Zeit tausende von Jahren voraus war, begegnete man ihr mit Argwohn und Vorurteilen- bis hin zu der Warnung, dass die Kabballah einen Menschen verrückt machen könne.

Wenn unsere Gesellschaft zum Heilsein das folgende zählt: Herzinfarkte, Panikattacken, Ozonloch, Totschlag, Völkermord, Selbstmord, Flugzeugabstürze, Börsenkräche, zusammenprall ethnische Gruppen, Schießereien in Schulen, religiöse Fehden, Rezession, Depressionen, Therapiesitzungen, Sozialhilfe, Kriegsführung mit chemischen Waffen, Fremdenhass, Arbeitslosigkeit, Raketenstationierungen, politische oder religiöse Verfolgung, Hinrichtungen, Schmiergeldaffären, Massenentlassungen, Sensationsberichterstattung, Krankheiten, Einsamkeit, Erdbeben, verseuchte Seen, Leid, Drogenabhängigkeit und Tod-
dann, ja dann kann die Kabballah uns in der Tat verrückt machen!

Von Yehuda  Berg


Die Kabballah ist eine Wissenschaft, welche die Schöpfung und die Stellung des Menschen im Universum definiert.
Das Studium der Kabballah ist weder theoretisch noch abstrakt, sondern mit dem alltäglichen Leben und der Praxis verbunden.
Die Kabballah wird nicht nur als“ geheime Lehrebezeichnet, weil öffentlich über sie zu sprechen verboten war. Mit geheimer lehre sind auch das Wissen und die Erkenntnis gemeint, die dem Kabbalisten nur in seinem tiefen Innern offenbart werden. Jedem Außenstehenden bleiben die inneren Erkenntnisse und Offenbarung, die Gedanken und Empfindungen des Kabbalisten verborgen.
Das studieren kabbalistischer Schriften regt den 6. Sinn an. Vieles wird sich den Kabbalisten als kompliziert darstellen, und er wird denken, dass er die Zusammenhänge der Schriften, ihre verborgenen Offenbarungen wohl niemals richtig begreifen kann. Doch im Laufe der Zeit öffnet sich sein Bewusstsein, nach und nach wird er zu einer Schale, zu einem Gefäß, das bereit und fähig ist, den schöpferischen Geist aufzunehmen.

 


Der Kabbalist empfängt, um zu geben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Was ist Kabballah?

Das Wort Kabballah leitet sich aus der hebräischen Wurzel KBL (Kibel) ab, was so viel heißt wie empfangen. Es beschreibt treffend die uralte Tradition der mündlichen Überlieferung der Geheimlehre und bedeutet damit sowohl das empfangene als auch die Überlieferung.
Die Kabballah ist ein philosophisches und die theosophisches System, das ursprünglich darauf abzielte, die immer währenden Fragen des Menschen nach dem Wesen Gottes und des Universum und dem letztendlichen Schicksal der Menschheit zu beantworten. Als praktisches System beruht es auf den Zahlenmäßigen Entsprechungen zwischen den verschiedenen Aspekten des menschlichen Lebens und der universellen Gesetze.
Zentrales Anliegen und höchstes Ziel der Kabballah ist ganzes Menschen sein, dass auf der Erde gegründet und auf Gott ausgerichtet ist. Sie meint nicht nur die Leere, die von oben empfangen wird, sondern in erster Linie eine Haltung des Menschseins die das Ganze, Gott, in den Mittelpunkt stellt. Ihre erste Grundlage um und ihr oberstes Ziel ist das empfänglich sein, das durchlässig werden für den tieferen Sinn und den Ursprung unseres da-Seins.

Ihr Augenmerk liegt dabei auf dreierlei:
-der Meisterung des realen, praktische Lebens,
-der Anbindung an Gott,
-den Fragen der Seele und der Individualität, die beide Pole, Himmel und Erde.(siehe Vesica piscis)


Im Allgemeinen kann die Kabballah in drei Abschnitte unterteilt werden:
Den theoretischen,
                                                                                                    den magischen und                                                                                                   den meditativen.
 

Die theoretische Kabballah,                                                                                 aufdemSohar (Buch über die geheimen Lehren der Thora, das zwischen den 4. und 13. Jahrhunderts geheim gehalten wurde) basiert, beschreibt hauptsächlich die jüdisch-religiöse Weltanschauung, die Erklärungen der verschiedenen Welten, der Sefiroth, der Seelen und der Engel. Dieser Teil der Kabballah ist als exoterisch, nach außen gerichtet, zu sehen und führt den Suchenden eher selten zu einer Einweihung im esoterischen, nach innen gerichteten, Sinne. Sein Zenith erreichte die Lehre dieses Teils in der im 16. Jahrhunderts von Rabbi Moshe Cordevero geführten Safed- Schule. Die Mehrheit der veröffentlichten Texte zur Kabballah gehört in diese Kategorie.

Die magische Kabballah                                                                                beschäftigt sich mit Beschwörung und göttlicher Namen (aber auch dämonischer) sowie mit magischen Zeichen und Symbolen. Ihr kann das Buch des Abrahams zu Worms, dem Abramelin zugeschrieben werden, dass Grundlage für allerlei Zauberbücher des Mittelalters war, so auch das 6. und 7. Buch Mosis. Ebenso dürfen die verschiedenen Grimmarien, wie beispielsweise die Goetia, aber auch das Werk Bardons, die „magische Evokation“, als auf der magischen Kabballah basierend gewertet werden. Das älteste Buch dieser Art dürfte jedoch das Buch Raziel-Sefer Raziel Hamelach-sein, dass der Überlieferung nach dem biblischen Adam vom Engel Raziel übermittelt wurde.

Die meditative Kabballah                                                                                befasst sich mit dem Gebrauch göttlicher Namen, Buchstaben, Buchstaben Vertauschungen sowie mit Farben und Tönen, mit deren Hilfe sich höhere Bewusstseinszustände erreichen lassen. Es handelt sich also um eine Art Yoga System.

Die hohe Kabballah zählt zur wahren Kabballah.                                          Die hohe Kabballah begnügt sich nicht mit der Kenntnis und Anwendung der Buchstaben, sondern übermittelt weiterhin Schlüssel und Methoden, die kosmischen Klänge, die Ur-Schöpfer-Sprache, die Menschen wieder zu integrieren, dort zur Wirkung zu bringen, so dass der Kabbalist selbst zum Klang und Klangkörper, zur bewussten Gottheit wird.
 


Woher kommt die Kabballah?

Ihre wohl bedeutendste, wenn auch geheimnisvollsten Quelle ist die als lebendiges Brot an Abraham gegebene Lehre Melkizedeks, jenes Hohen Priesters und Königs von Salem, der ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum, weder Anfang seiner Tage noch Ende seines Lebens kennend und gleich dem Sohn Gottes Priester bleibt immerdar. Jener Hohepriester unbekannter Herkunft war es, der Abraham nicht nur die Kraft des Heiligen Geistes übertrug die ihn von Abram in Abraham verwandelte (dabei handelt es sich wahrscheinlich um zwei verschiedene Personen). Ursprünglich kam also die Kabballah aus Ägypten wurde aber von den Juden in fast reiner Form gehütet.

Nach den langen Zeiten verborgener Schulen, in denen Kabballah nur von Mund zu Ohr weitergegeben wurde, wird ihr Wirken und ihre Lehren erst mit dem Beginn des Buchdrucks dokumentarisch fassbar. Die wohl glänzendste Epoche der Kabballah liegt in der Zeit des späten Mittelalters Spaniens und Südfrankreichs. Hier finden wir gestalten wie Moshe Ben Leon, dem die Niederschrift des Buches Sohar zugeschrieben wird, Isaak den Blinden und  Rabbi  Abulafia. Es war eine Zeit des lebendigen Austausches zwischen maurischem Islam, christlicher und jüdischer Mystik.


1492 als alle Juden Spanien verlassen mussten, bildeten sich neue Zentren jüdischer Mystik in Ägypten und Galiläa. Höhepunkt und Blüte bildeten die Schulen in dem kleinen galiläischen Bergdorf Safed. Die bekanntesten Namen dieser Zeit sind Josef Caro, Moses Cordovero und vor allem ISAAK LURIA, jenem großen Weisen und Eingeweihten, dessen Visionen und Lehren das tragende Fundament aller heute ernstzunehmenden Kabballah bildet.
1740 war es der in Polen durch den inspirierten Meister Baal Shem Tow initiierte Chassidismus, der die jüdisch-mystische Tradition fortsetzt. Gegründet auf der Lehre Isaak LURIAS, formte diese chassidische Bewegung ein Fundament geistigen Lebens, das auf Freude, Inbrunst und Erdbezug festete  und in seiner Schönheit und Gemeinschaft berührend und ergreifend vorlebt, was mit dem christlichen Ideal der Brüderlichkeit gemeint ist. Viele Parallelen dieser Wege finden wir in der Gnosis, der christlichen Mystik und den verschiedenen Einweihungsschulen.

 

Die Kabballah
Als jüdisch-christlicher Einweihungsweg


Heinrich Elijah Benedikt